Die Illusion, dass anonyme Schreiber die Verfasser seien, ist spätestens hier passé. Dennoch hält sich der Mythos bis heute. Mit Erstaunen wird immer wieder festgestellt, dass die Menschen gar mit vollem Titel und Anschrift, teils mit offiziellem Briefkopf der Firma und eben nicht anonym schreiben. Es sind auch Briefe von Menschen mit und ohne akademischem Titel. Antisemitismus ist also keine Frage der Bildung. Diese Menschen, die schreiben, schämen sich nicht ihrer Worte, und dennoch fangen sie oft an mit: »Ich bin kein Antisemit, aber …«.
Der 7. Oktober 2023 markiert eine Zäsur. Der größte Massenmord an Jüdinnen und Juden seit …
📘️Neuerwerbung der Gustav-Landauer-Bibliothek Witten:
Frederik Fuß (Hrsg.):
Anarchistische Scheidewege
Zum Verhältnis von Anarchismus und Antisemitismus
Der 7. Oktober 2023 markiert eine Zäsur. Der größte Massenmord an Jüdinnen und Juden seit der Shoa geht in seiner Bedeutung und den Auswirkungen weit über Israel hinaus. Als Zäsur betrifft er nicht nur Jüdinnen und Juden, gleichwohl diese vorrangig unter dem weltweit grassierenden Antisemitismus leiden, er zwingt auch alle anderen sich in der Debatte zu verhalten, wenn nicht zu positionieren.
Das anarchistische Lager bildet hier keine Ausnahme und so divers der Anarchismus ist, so verschieden sind die Sichtweisen auf den 7. Oktober und seine Folgen. Tragischerweise geraten auch die erklärten KämpferInnen für die Freiheit immer wieder auf antisemitische Abwege, wobei dies keineswegs neu ist. Im historischen Anarchismus hat es sowohl Antisemitismus wie auch dessen entschlossene Bekämpfung gegeben.
Der Sammelband beleuchtet sowohl den historischen Anarchismus sowie aktuelle Debatten und …
📘️Neuerwerbung der Gustav-Landauer-Bibliothek Witten:
Frederik Fuß (Hrsg.):
Anarchistische Scheidewege
Zum Verhältnis von Anarchismus und Antisemitismus
Der 7. Oktober 2023 markiert eine Zäsur. Der größte Massenmord an Jüdinnen und Juden seit der Shoa geht in seiner Bedeutung und den Auswirkungen weit über Israel hinaus. Als Zäsur betrifft er nicht nur Jüdinnen und Juden, gleichwohl diese vorrangig unter dem weltweit grassierenden Antisemitismus leiden, er zwingt auch alle anderen sich in der Debatte zu verhalten, wenn nicht zu positionieren.
Das anarchistische Lager bildet hier keine Ausnahme und so divers der Anarchismus ist, so verschieden sind die Sichtweisen auf den 7. Oktober und seine Folgen. Tragischerweise geraten auch die erklärten KämpferInnen für die Freiheit immer wieder auf antisemitische Abwege, wobei dies keineswegs neu ist. Im historischen Anarchismus hat es sowohl Antisemitismus wie auch dessen entschlossene Bekämpfung gegeben.
Der Sammelband beleuchtet sowohl den historischen Anarchismus sowie aktuelle Debatten und versucht zu intervenieren, wo es nötig ist. Dabei gehen die Einschätzungen und Meinungen der Beiträge durchaus auseinander. So bleibt der Versuch bei einem viel diskutierten Thema den Dialog im libertären Lager nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern zu fördern.